Cabeceo

Cabeceo | "Willst du mit mir tanzen?"

Tango Danza | 2008·03 | Seite 26

Willst du mit mir tanzen?
Über die Vorzüge des 'Cabeceo'
von Hedda Maurer
"Das Geheimnis des Aufforderns per Blickkontakt liegt darin, dass beide potenziellen Partner einander gezielt auswählen."

Mein Kommentar dazu
Das funktioniert nur, wenn bei den anwesenden Tänzern und Tänzerinnen diese Form des Blickkontaktes akzeptiert, kultiviert und dem Zweck des Aufforderns vorbehalten ist. Und selbst dann kann es – wegen ungünstiger Perspektive in der örtlichen Konstellation mehrerer Personen zueinander – zu peinlichen Missverständnissen kommen.

Außerdem ist diese Ausschließlichkeit des Blickkontaktes eine Einschränkung der sozialen Kontakte. So sehe ich das für unsere Breiten: Man kann ja niemanden mehr unbefangen grüßend, lächelnd oder freundlich zunickend anschauen, ohne möglicherweise gleich für die nächste Tanda engagiert zu sein, obwohl das so eigentlich nicht gemeint war.

Und man gilt dann auch noch als Stoffel: "Der/die kennt einen ja auch nicht mehr!" Das gilt natürlich auch für Tangueras. Es gibt einige unter den weiblichen Cabeceo-Fans, die nicht mit mir tanzen wollen (was ja okay ist), die mich aber auch nicht grüßen, weil sie tunlichst dem Blickkontakt ausweichen. Find ich einfach blöde.

Da bevorzuge ich die mitteleuropäische Art und Weise des Aufforderns (bzw. Einladens), die ja im Einzelfall durchaus mit Blickkontakt und Zunicken vonstatten gehen kann. Ansonsten halt durch Ansprechen. Ich hoffe, dass ich in der Regel den richtigen Ton treffe und nicht überfallartig Grenzen überschreite. Andererseits steht es der Tanguera frei, eine Einladung auszuschlagen.

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